Zurück zur "Normalität"

GastroSuisse ist erleichtert, dass der Bundesrat heute den Forderungen des Branchenverbands nachgekommen ist und nun auch die für viele Branchen schädliche Zertifikatspflicht aufgehoben hat. Der heutige Entscheid ist ein grosser Schritt zurück in die Normalität. Die wirtschaftliche und personelle Lage im Gastgewerbe bleibt aber weiterhin ernst.



Knapp 700 Tage lang mussten die gastgewerblichen Betriebe währen der Corona-Krise mit teils massiven Einschränkungen leben. Die gastgewerblichen Umsätze brachen gemäss Daten von GastroSuisse und der Konjunkturforschungsstelle KOF in den Jahren 2020 und 2021 gegenüber 2019 um rund 40 Prozent ein. Das entspricht einem wirtschaftlichen Schaden von über 20 Milliarden Franken. GastroSuisse zeigt sich daher erleichtert, dass der Bundesrat heute den Forderungen des Branchenverbandes nachgekommen ist und insbesondere die Zertifikatspflicht aufgehoben hat. „Die Freude in der Branche ist riesig, endlich wieder alle Gäste bedienen zu dürfen“, sagt Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse. Auch die Gäste freuen sich. Vielen der 2,5 Millionen Menschen, die täglich im Gastgewerbe einkehren, war der Zugang zu Restaurants, Bars und Cafés wegen der Zertifikatspflicht nämlich verwehrt. Bereits im Januar hatte GastroSuisse zusammen mit einer breiten Wirtschaftsallianz die sofortige Aufhebung aller Massnahmen gefordert, denn auf den Intensivstationen war seit Wochen keine Überlastung mehr erkennbar. Auch die Corona-Taskforce hat vor wenigen Tagen ihre Fehlprognosen eingeräumt und bestätigt, dass keine Überlastungen drohen. GastroSuisse begrüsst deshalb, dass die besondere Lage ab morgen Donnerstag endlich aufgehoben wird. „Auf diesen Moment haben wir lange gewartet“, freut sich Platzer. Die wirtschaftliche und personelle Lage im Gastgewerbe ist aber weiterhin ernst. „Es braucht Zeit, bis sich die gastgewerblichen Betriebe erholt haben“, sagt Platzer. Viele Betriebe haben ihre Reserven aufgebraucht. Im Gastgewerbe wurden während der Krise 17 414 Covid-Kredite in Anspruch genommen. Zwar profitiert so etwa die Hälfte aller Betriebe von einem Überbrückungskredit, doch viele Betriebe haben grosse Probleme, die Kredite bereits jetzt zurückzuzahlen, wie eine Umfrage von GastroSuisse zeigt. Unklar ist, wie viele Institute einen Aufschub der Tilgung beantragen werden. Dieser Prozess hat gerade erst begonnen. Das beanspruchte Kreditvolumen im Gastgewerbe beläuft sich auf rund 1,65 Milliarden Franken, was 9,7 Prozent aller Überbrückungskredite entspricht. Kontakt GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer Telefon 044 377 53 53, communication(at)gastrosuisse.ch GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Die Organisation mit dem Gründungsjahr 1891 setzt sich seit über 125 Jahren für die Interessen der Branche ein. GastroSuisse ist heute der grösste Branchenverband der Schweiz mit gegen 20'000 Mitgliederbetrieben (davon rund 2500 Hotels), organisiert in 26 Kantonalverbänden und vier Fachgruppen.